So bauen Sie Ihr Netzwerk auf

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Man würde meinen, Ressortleiter und Chefredakteure seien hervorragend vernetzt. In der Praxis zeigt sich oft das Gegenteil: Jemand arbeitet seit Jahren in einer gehobenen Position, hat aber außerhalb des eigenen Unternehmens erstaunlich wenige gute Kontakte. Das eigene Foto mag in jedem Editorial stehen, extern ist man ein Unbekannter.

Das ist kein Problem, so lang die Dinge gut laufen, rächt sich aber, sobald einmal ein neuer Job gewünscht oder benötigt wird. Hier einige Anregungen, wie Sie sich interessante, lebendige und belastbare Beziehungen in der Branche schaffen – denn das verbirgt sich hinter dem etwas irreführenden, weil statischen Begriff „Netzwerk“.

Was sind häufige Gründe für fehlende Kontakte?

  • Keine Zeit oder Energie: Viele Führungskräfte sind derart mit dem operativen Geschäft ausgelastet, dass Kontaktpflege als unwichtige Nebensächlichkeit erscheint, die immer wieder verschoben oder ganz vergessen wird.
  • Geringe persönliche Neigung: Nicht selten fällt es Führungskräften schwer, auf andere zuzugehen, sie sind schüchtern, unsicher oder einfach nicht besonders daran interessiert, neue Leute kennen zu lernen – oder glauben, LinkedIn reiche.
  • Profil des Arbeitgebers: Oft begrenzt die inhaltliche oder politische Ausrichtung den Kreis der Kontakte. Beispiel: Jemand bei Springer kennt möglicherweise viele Kollegen bei Bauer oder Burda, aber keinen einzigen bei Gruner & Jahr. Wer bei einem Fachmagazin ist, kennt vielleicht niemanden bei der Publikumspresse.

Um Ihre Kontakte auszubauen, können diese Empfehlungen helfen:

  1. Unterscheiden Sie klar zwischen beruflichen Kontakten (Experten, Protagonisten, Interviewpartner) und privaten Beziehungen innerhalb der Branche. Vor allem letztere sollten Sie bewusst und geplant ausbauen, da wir dieser Aufgabe im Alltagsgeschäft tendenziell zu wenig Zeit geben.
  2. Gehen Sie Ihre berufliche Laufbahn in Gedanken durch und notieren Sie sich alle Namen, die Ihnen noch einfallen. Finden Sie über Google oder Kress heraus, wo die Person jetzt arbeitet und melden Sie sich mal. Solch eine unerwartete Nachricht sorgt oft für Freude – und ein gutes neues Gespräch. Empfehlenswert ist es auch, Impressen regelmäßig auf bereits bekannte und neue Namen durchzusehen.
  3. Organisieren Sie Ihre Kontakte sauber, z. B. in einem elektronischen Account, den Sie über viele Jahre behalten können und der unabhängig vom jeweils aktuellen Arbeitsplatz ist (z. B. Google Contacts). Manche bevorzugen auch, ganz klassisch, ein Notizbuch, das sie immer bei sich tragen.
  4. Erhaltene Visitenkarten, E-Mail-Signaturen, auf Zetteln notierte Handynummern oder Geburtstage sollten Sie zukünftig sofort in Ihr Kontaktverzeichnis übertragen, um alle Informationen aktuell und zentral zusammengefasst zu haben. Alte Visitenkarten usw. pflegen Sie schrittweise ein.
  5. Planen Sie Ihre Kontaktpflege in den normalen Arbeitsalltag ein. Beispiel: Täglich nach dem Mittagessen oder nach einer wöchentlichen Konferenz 15-30 Minuten dafür aufwenden – einen alten Kontakt auffrischen und einen neuen Kontakt herstellen, eine Einladung auf einen Kaffee reicht oft schon.
  6. Zeigen Sie echtes Interesse: Was macht der andere, wie geht es ihm, was beschäftigt ihn oder sie? Wer sich nur meldet, wenn er was möchte oder braucht, hat langfristig wenig echte Freunde. Gleichzeitig bilden Sie so ein Netzwerk mit Menschen, die wirklich zu Ihnen passen. Seien Sie selbst so offen und authentisch wie möglich, spielen Sie keine Rolle.
  7. Verlassen Sie sich nicht auf Web-Plattformen. Sie sind hilfreich, um Kontakte zu erfassen und Neuigkeiten schnell zu erfahren, z. B. den Wechsel des Arbeitgebers. Ein persönliches Gespräch gibt aber einen ungleich besseren Eindruck von einer Person und verbindet Sie auf einer emotionalen Ebene.

Branchen-Events aufsuchen – und aktiv werden

Selbstverständlich ist es sinnvoll, regelmäßig zu Branchenveranstaltungen wie Konferenzen, Messen und Diskussionen zu gehen – aber nicht als passiver Gast, der nur mit bereits Bekannten spricht, sondern als aktiver Teilnehmer. Sie könnten sich z. B. eine 50/50-Regel vornehmen: Für jeden, den Sie bereits kennen, sprechen Sie einen noch Unbekannten an. Falls Sie Ihre Visitenkarte vergessen habe, erfragen Sie einfach eine Mail-Adresse und schicken direkt vom Handy aus eine kurze Nachricht mit Ihren Kontaktdaten – vielleicht schon mit einem Vorschlag für ein ruhigeres persönliches Treffen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Kress.de.

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Über den Autoren

Autor, Coach und Geschäftsführer von Media Dynamics