Wie gut arbeitet Ihr Team?

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Wer schon in verschiedenen Redaktionen gearbeitet hat oder gelegentlich Kollegen in anderen Abteilungen besucht, kennt das eigentümliche Gefühl: Jedes Team hat seine eigene „Energie“ – eine innere Dynamik, die sich in unzähligen Details und Eindrücken zeigt. Wie fühlen sich die Kollegen und wie treten sie auf, wie ist die Atmosphäre, wie sehen die Arbeitsräume aus – und, natürlich am Ende entscheidend, wie sind die Ergebnisse?

Nach einem interessanten Modell lassen sich Teams in vier Kategorien einteilen: Nach ihrer Dynamik auf einer Matrix, die Energie (negativ oder positiv) und Engagement (niedrig oder hoch) bewertet. Welche Dynamik hat Ihr Team und was ist der wichtigste Ansatzpunkt in dieser Situation? Hier die vier möglichen Szenarien und was sie bedeuten.

Team-Dynamik 1: Negative Energie und niedriges Engagement

In diesen Redaktionen ist die Stimmung schlecht und das Engagement niedrig, die Mitarbeiter sind genervt und widerwillig. Die Gründe sind oft nachvollziehbar: Ständige Umstrukturierungen, pausenlose Chef-Wechsel und erkennbare Bestrebungen, ältere (teurere) Kollegen aus dem Team zu drängen. Die Räume wirken oft unordentlich und vernachlässigt, selbst nach teuren Umbauten. Die Ergebnisse sind schlecht, was weitere Sparmaßnahmen nach sich zieht.

Das Hauptproblem dieser Teams ist, neben den äußeren Umständen, der innere Widerstand der Mitglieder: Ihr Frust blockiert Veränderungen und Zusammenarbeit. Sie haben schon verloren, bevor das Spiel überhaupt beginnt. Wichtigster Ansatz hier ist daher, sich mit dieser Negativität zu beschäftigen: Man muss über die Enttäuschungen sprechen, sich die Verbitterung und auch Trauer anhören, ehe man die nächsten Schritte machen kann – das ist mühsam, aber lohnenswert.

Team-Dynamik 2: Negative Energie, aber hohes Engagement

Diese Teams wirken auf den ersten Blick dynamisch und effizient: Die Arbeitsräume sind gut organisiert, die Abläufe durchdacht. Das Unternehmen meldet regelmäßige Erfolge, intern kennt man aber auch die hohe Zahl an gescheiterten Projekten und Kurswechseln. Bei den Teammitgliedern fällt eine allgemeine Erschöpfung auf, vom Ressortleiter bis zum einfachen Redakteur. Viele neue Kollegen kündigen bereits nach wenigen Monaten wieder.

Hauptproblem hier: Das Team ist enthusiastisch, aber blockiert und innerlich chaotisch. Viele Erfolge kommen nur durch Druck zustande, die Zusammenarbeit ist mühsam und oft konfliktgeladen. Dazu stimmt die Ausstattung oft nicht, z. B. passt die Zahl der Planstellen überhaupt nicht zum Arbeitsaufwand. Wichtigster Ansatz hier: Prioritäten herausarbeiten und, entscheidend, möglichst viele weniger relevante Aufgaben und Routinen streichen.

Team-Dynamik 3: Positive Energie, aber niedriges Engagement

In diesen Redaktionen ist es richtig gemütlich. Die Schreibtische stehen meist noch immer in Dreier- oder Vierergruppen, darauf Topfpflanzen und Familienfotos. Die Sekretärin führt eine Geburtstagsliste, die Kollegen kennen sich teilweise seit Jahrzehnten. Die Atmosphäre strahlt ruhige Professionalität aus. Das Unternehmen ist erfolgreich, aber häufig mit alten Marken und Produkten, erfolgreiche Neuentwicklungen gab es seit Jahren nicht mehr.

Diese Teams haben zwar eine positive Energie, sind aber nur begrenzt engagiert. Viele Mitglieder nutzen ihre Energie lieber woanders – Familie, Freizeit, Nebenjobs. Aufgaben gelten als Pflichten („ich muss“), Entscheidungen verzögern sich unendlich – man will lieber abwarten, nicht handeln. Erfolge sind möglich, aber eher zufällig. Wichtigster Ansatz hier: Mehr Bewegung ins Team zu bringen – interne Rotation, einige jüngere Kollegen.

Team-Dynamik 4: Positive Energie und hohes Engagement

Bei diesen Teams, es sind die besten, fällt eine ungemein sympathische Atmosphäre auf: Es wird viel gearbeitet, die Stimmung ist konzentriert, aber locker und freundschaftlich. Die Redaktion hat eine gute Altersmischung, jüngere und ältere Kollegen arbeiten auf Augenhöhe miteinander. Während andere nach Feierabend in der Bar sitzen und auf die Chefs schimpfen, geht man hier gemeinsam zum Sport oder unternimmt einen Ausflug.

In diesen Teams ist die Energie positiv und maximal hoch, das Engagement ist mühelos: Die Mitglieder fokussieren sich auf anstehende Aufgaben und führen sie zu Ende, sie warten nicht ab, sondern handeln. Entsprechend gut sind, bei allen Problemen des Marktes, die Ergebnisse. Wichtigste Team-Aufgabe hier: Langfristige Stabilität – talentierte Kollegen früh erkennen und schrittweise fördern – inklusive Perspektiven für den (sehr guten) Chef.

Selbstverständlich sind diese vier Varianten keine statischen Zustände: Ein erfolgreiches Team (positiv und engagiert) kann abrutschen, etwa nach der unglücklichen Nachbesetzung einer Führungsposition. Umgekehrt gibt es immer Hoffnung für Teams, die aktuell weniger gut zusammenarbeiten: Mit wenigen, aber überlegten Maßnahmen lassen sich Energie und Engagement steigern – zum Vorteil von Mitarbeitern und Unternehmen gleichermaßen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Kress.de.

 

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