5 Schritte, um jetzt endlich authentischer zu leben

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Die Coronakrise klingt langsam ab. Viele Medienprofis würden sich jetzt gern endlich verändern. Aber sie fühlen sich gefangen in ihrer Rolle. Keiner scheint zu sehen, wer sie wirklich sind und was sie können. Der Ausweg: Authentischer kommunizieren.

Die Produktmanagerin eines Medienhauses war ratlos. Seit mehr als zehn Jahren war sie bereits Single wider Willen und fand keinen Weg, das zu ändern. Es war nicht so, dass sie niemanden kennenlernte. Sowohl beruflich wie privat ergaben sich ständig Gelegenheiten. Doch kein Mann schien in ihr eine mögliche Freundin oder gar Ehefrau zu sehen. Dabei war ihr fast selbst peinlich, wie unspektakulär ihre Wünsche waren: Eine gemeinsame Wohnung, zusammen kochen, tanzen gehen, später einmal Kinder. Warum sah das niemand?

Ein People-Journalist verzweifelte daran, das er nur auf dieses Thema festgelegt wurde. Er hatte Politik studiert, war mangels anderer Angebote aber in die Unterhaltung gegangen. Seit langem bemühte er sich nun, in ein Auslands- oder Wirtschaftsressort zu wechseln. Er bewarb sich regelmäßig intern und extern. Gelegentlich bekam er auch ein Angebot. Aber es handelte sich praktisch immer wieder um die Tätigkeit, von der er gerade wegzukommen versuchte – nur eben in einer anderen Redaktion. Wieso traute ihm niemand mehr zu?

Zwei Situationen, die eines verbindet: Jemand fühlt sich von anderen falsch eingeschätzt bzw. nicht als derjenige erkannt, der er wirklich ist. Mit den entsprechenden Folgen: Man bekommt nicht das, was eigentlich perfekt passen würde. Weil keiner überhaupt auf die Idee kommt, dass es das wäre. Gerade jetzt in den Nachwehen der Coronakrise geht es vielen Medienprofis wieder so. Sie würden sich nun gern endlich beruflich verändern oder anders leben. Aber sie fühlen sich gefangen in ihrer Rolle. Doch es gibt einen Ausweg.

Eine Umgebung finden, die zu Ihnen passt

Im Kern geht es bei diesem Problem darum, authentischer als bisher zu leben und vor allem zu kommunizieren. Authentizität ist einer dieser Begriffe, die überstrapaziert werden. Gemeint ist damit etwas ganz Banales: Aussprechen und tun, was du für richtig hältst, weil es dir entspricht. Du lebst damit entspannter, weil du dich weniger verstellen musst. Du kannst ohne Angst und Bedenken aussprechen, was du denkst und fühlst. Du bist damit auch erfolgreicher, weil du Umgebung und Menschen findest, die zu dir passen.

Diese fünf Schritte können helfen, authentischer zu leben:

    1. Werde dir darüber klar, was dir wichtig ist. Schreibe dir dazu einmal auf, was für dich eigentlich nicht verhandelbar ist. Konkrete Ansprüche (z. B. neuer Job nur noch mit Homeoffice-Tag) oder allgemeine Werte (z. B. Abenteuer, Spaß). Auf meiner Webseite findest du dafür auch eine Vorlage zum Ausfüllen.
    2. Erteile dir selbst keine Denkverbote. Wahrscheinlich weisst du schon recht gut, was dir wichtig ist. Stehst du bei deiner Reflektion zu deinen Wünschen und Überzeugungen. Auch wenn du fürchten musst, dass andere sie kritisch sehen könnten oder sie sich um Chancen bringen. Sei ehrlich zu dir selbst.
    3. Sprich aus, was du wirklich willst. Nur so ist es möglich, dass andere dich verstehen. Vielleicht denken sie sogar ähnlich, wollten aber auch nichts sagen. Oft genügt ein Nebensatz. Im Vorstellungsgespräch sagen, dass Sie mit der Ausrichtung des Titels Ihre Probleme haben. Beim Dating erwähnen, dass Sie heiraten wollen.

 

  • Beobachte, wie sich dein Umfeld verändert. Durch deine Ehrlichkeit zeigst du Profil und wofür du stehst. Manche werden sich abwenden, andere dafür plötzlich Interesse zeigen. Was sich dadurch verändert: Du hast mit immer mehr Menschen zu tun, die deine grundlegenden Überzeugungen teilen und dich unterstützen.

 

  1. Entscheide dich im Zweifel für deine Werte. Auch hier wirst du schon jetzt ein Gefühl haben, was dir gut tut und was nicht („Bauchgefühl”). Nimm es ernst. Vergleiche die Fakten, bei einem Jobangebot z. B. Tätigkeit, Titel, Gehalt, Marke. Entscheide dich am Ende aber für das, was dich innerlich überzeugt.

Du kannst dir sicher sein, dass deine Vorstellungen gar nicht so ungewöhnlich sind und von anderen geteilt werden. Ich hatte unter meinen Klienten schon weibliche Führungskräfte, die lieber hauptberuflich Mutter wären, aber den Vorwurf fürchteten, dann ihr „Potenzial” nicht zu nutzen. Andere Frauen ärgern sich über ihre Mutlosigkeit, sich nie auf eine Führungsposition beworben zu haben. Manche Männer, die Kontinuität schätzen, zwangen sich zu unsinnigen Jobwechseln, um nicht als unflexibel zu gelten. Andere wiederum blieben bei Arbeitgebern, bei denen schon nach zwei Wochen klar war, dass sie überhaupt nicht zu ihnen passen.

Wer authentisch lebt, erspart sich viele derartige Verrenkungen und Umwege. Authentizität liegt dabei in deiner Verantwortung. Du kannst sie nicht abdelegieren. Beispielsweise darauf hoffen, dass das HR deine wahren Talente entdeckt und fördert. Oder sich innerhalb eines Vorstellungsgesprächs vom potentiellen neuen Arbeitgeber erkannt wird, wer du wirklich bist. Kläre daher vorab für dich, wer du wirklich bist und was du willst. Dann wird es dir leicht fallen, entsprechende Wünsche und Erwartungen zu formulieren und sich nicht mehr unnötig mit Dingen aufzuhalten, die sowieso nicht zu dir passen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf kress.de

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