Als Medienprofi eine Marke sein – wie gelingt das?

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Es vergeht kaum eine Woche, in denen ein Medienhaus nicht einen kleineren oder größeren Umbau, nicht selten auch Stellenabbau verkündet. Es entsteht der Eindruck, dass es  für Journalisten überall nur abwärts geht. Weniger Jobs, geringere Einkommen. Das ist allerdings keineswegs der Fall. Vielmehr spaltet sich der Arbeitsmarkt mehr und mehr auf. Während einerseits tatsächlich nur noch gestrichen wird, verhandeln andererseits gesuchte Spezialisten bis heute gute Verträge mit erstaunlichen Optionen. 

Der Unterschied liegt in dem, was oft empfohlen wird: Wer eine Marke – also ein gesuchter Experte – wird, kann Sonderwünsche anmelden und durchsetzen. Gemeint ist mit dieser Strategie, „für etwas zu stehen“, sich also entweder durch sein Themengebiet oder den persönlichen Ansatz zu unterscheiden. Ersteres bietet sich an, wenn sich jemand auf ein eher ungewöhnliches Themengebiet spezialisiert, beispielsweise im Wissenschafts- oder Fachjournalismus, aber auch für Korrespondenten in kaum zugänglichen oder besuchten Länder. Letzteres ist die Lösung für die klassischen Ressorts wie Politik, Unterhaltung, News oder Sport sowie breit besetzte geografische Regionen.

Viel leichter, sich bei Bewerbungen abzuheben

Der größte Vorteil für dich als spezialisierten Medienprofi liegt darin, dich von der Masse der Generalisten abzuheben, die im Newsroom fleißig die Tagesproduktion stemmen. Leider kennst sie aber außerhalb ihrer eigenen Redaktion kaum jemand. Hast du dir erst einen Namen gemacht, bist du weniger schnell ersetzbar. Weiterer Vorteil: Du kannst dich woanders direkt beim Chefredakteur bewerben. Dieser kennt deinen Namen schon und du sparst dir die Runde über die Personalabteilung. Das ist eine deutlich komfortablere Situation und schützt dich davor, vorab von der Sachbearbeiterin aussortiert zu werden. Später hast du bessere Karten bei der Gehaltsverhandlung und kannst um die 75.000 bis 90.000 Euro pro Jahr verdienen.

Was du sonst noch tun kannst: Schreibe gelegentlich Gastbeiträge in einem anderen Medium, nimm an Talkshows oder Diskussionen teil oder schreibe ein Buch. Du solltest dich allerdings nicht öffentlich politisch positionieren. Der Vorwurf der Parteilichkeit verträgt sich nicht mit dem Image, dass du als Experte möglichst neutral berichten sollst. Hast du starke politische Ambitionen, bist du in der Pressestelle einer Partei oder gemeinnützigen Organisation (NGO, Stiftung, Verein) langfristig wahrscheinlich glücklicher und kannst dich ohne ständige Interessenkonflikte für dein Thema einsetzen.

Langfristig kann es langweilig werden

Ein Nachteil der Marken-Strategie ist die Festlegung auf ein Themengebiet oder einen bestimmten Präsentationsstil. Vielleicht bist du zwar persönlich breit aufgestellt, andere sehen in dir aber immer jemanden, der nur ein Thema beherrscht. Das kann zum Problem werden, wenn das gewählte Kernthema auf einmal nicht mehr so gefragt ist. Oder es dir langweilig wird. Denn nicht jeder möchte über Jahrzehnte das gleiche Gebiet bearbeiten. Oft passen auch persönliche Aspekte irgendwann nicht mehr, etwa Lebensalter oder -situation.

Auch du kannst zur Marke werden

Eine Marke zu werden, ist im Grunde einfach: Beständigkeit genügt. Du solltest dazu fortlaufend über dasselbe Themengebiet oder im gleichen persönlichen Stil berichten. Es dauert manchmal nur wenige Monate, bis du als Experte giltst. Dieser Eindruck lässt sich sogar über Branchengrenzen hinweg mitnehmen, falls du mit dem Gedanken spielst, einen gelegentlicher Ausflug oder einen dauerhafter Wechsel in die Welt der PR zu unternehmen. Und wenn du als Experte übrigens irgendwann genug von deinem Thema hast, kannst du durchaus auch erfolgreich wechseln. Gleiche Strategie, aber dann eben ein anderes Thema.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Kress.de.

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