Corona-Krise: 5 Chancen, die Medienprofis jetzt haben

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Flexibler arbeiten, digitaler kommunizieren, eigenen Ressourcen stärken: Die Corona-Krise ist nicht nur eine Herausforderung, sondern bietet auch Chancen für jeden. Insbesondere in fünf Gebieten können Medienprofis ihr berufliches und persönliches Leben verbessern.

Medienprofis in ganz Deutschland haben sich inzwischen erstaunlich gut mit dem arrangiert, was bis vor kurzem als unmöglich galt: Produktion komplett dezentral aus dem Home Office, Konferenzen per Videochat, schnelle, pragmatische Entscheidungen allerorten. Gleichzeitig ist die Corona-Krise eine berufliche und persönliche Herausforderung – für manche die bisher größte ihres Lebens. Hier fünf Chancen, die sich gleichzeitig daraus ergeben.

1. Endlich flexibler arbeiten

Erinnerst du dich noch daran, dass es jahrelang hieß, dass Home Office für Journalisten gänzlich unmöglich sei? Insbesondere mehrere Tage pro Woche und ganz speziell für Männer und Führungskräfte? Die Corona-Krise hat allen vor Augen geführt, dass es durchaus geht. Ganze Zeitungen und Magazine werden nun vollständig von zu Hause aus produziert. Von der gesamten Belegschaft. Ohne ewige Vorplanung. Computer angepackt – und los.

Ich hatte immer wieder Coaching-Klienten, die schon vorher auf individueller Basis 100 % Home Office aushandeln konnten. Meetings in der Redaktion nur bei besonderem Bedarf. Darüber wurde nicht offen gesprochen, um keine Begehrlichkeiten zu wecken. Nun höre ich von vielen Journalisten: „Das soll auch nach der Krise so weitergehen. Vielleicht nicht jeden Tag. Aber auf frühes Aufstehen und tägliches Pendeln kann ich durchaus verzichten.”

2. Digitaler kommunizieren und arbeiten

Seien wir ehrlich: Was einige Medienhäuser ihren Mitarbeitern seit mehr als 20 Jahren als digitale Infrastruktur zumuten, ist eine Tragödie. Alte Windows-Versionen auf iMacs, weil die moderner aussehen, sich aber gar nicht für Konzern-IT eignen. Weltfremde Regelungen („Bei uns kein Chrome!”), ein Flickenteppich aus Anwendungen, natürlich alle mit separaten Log-Ins. Und immer noch ein neues CMS, das nicht hält, was allen versprochen wurde.

In ihrem Privatleben sind einige Medienprofis seit Ewigkeiten fast nur noch in der Cloud unterwegs. Manche haben, gegen den erklärten Willen der Firmen-IT, in der Redaktion eigene Lösungen organisiert. Beispiel: Kollaborative Team-Zusammenarbeit über private Google-Accounts. Andere haben gerade die erste Videochat-Anwendung ihres Lebens installiert. Hier ist jetzt die Chance für eine umfassende digitale Weiterbildung.

3. Ernsthaft über die eigene Zukunft nachdenken

Ein Schock war es für viele Medienprofis, wie verletzlich sich ihr Unternehmen – und damit auch ihre eigene Zukunft – in der Krise zeigte. Kurzarbeit teilweise seit Anfang März, bis zu 90 Prozent weniger verkaufte Anzeigen. Vor allem einige unterhaltende Magazine stehen vor existenziellen Fragen, weil sie im Verkauf nicht vom aktuellen Informationsinteresse profitieren. Lohnt es sich überhaupt, die nächsten drei Monaten gedruckt zu erscheinen?

Die Krise ist damit nicht nur Gelegenheit, bisher unbekannte Themen zu durchdenken, z. B., wie man eine Redaktion in Kurzarbeit überhaupt organisiert. Sondern auch: Wie soll es weitergehen, wenn das so weitergeht? Langjährige Journalisten haben inzwischen 20 Jahre Sparrunden hinter sich, aber noch zehn bis 20 Berufsjahre vor sich. Häufiger Gedanke hier: „Wenn es so schnell vorbei sein kann, dann will ich den Wechsel lieber selbst gestalten.”

4. Die eigene Ressourcen stärken

Sehr ähnlich verhält es sich mit den eigenen Ressourcen. Mancher Freie waren bereits nach zweieinhalb Wochen Corona-Krise am Ende seiner finanziellen Möglichkeiten. Andere stellten fest, dass sie keinerlei Vorräte zu Hause hatten und für das Nötigste (z. B. Mehl, Nudeln, Toilettenpapier) durch unzählige Supermärkte hetzen mussten. Auch die emotionale oder seelische Kraft war bei vielen schnell erschöpft – wenig innerer Halt in einer Krise.

Auch hier liegt die Chance darin, das bisherige Verhalten zu überdenken. Hat das eigene Geschäftsmodell genug Substanz oder ist eine Veränderung längst überfällig? Wie sieht es mit dem Ausgabenverhalten aus, sollte man da zukünftig etwas umschichten? Stimmen die persönlichen Prioritäten oder hat man sich zu sehr mit Nebensächlichkeiten aufgehalten? Schon kleine Veränderungen können langfristig einen enormen Unterschied ausmachen.

5. Etwas Sinnvolleres tun

Ein Nebeneffekt des Home Office ist die zusätzliche Zeit zum Nachdenken. Kein Pendeln mehr, ein flexiblerer Tagesablauf, weniger Störungen durch Meetings und Kollegen. Man verbringt mehr Zeit mit dem Partner und den Kindern, wenn auch nicht immer ganz freiwillig. All die angenehmen Zerstreuungen des Alltags fallen aus. Ohne Kino, Restaurant, Bar, Kaufhaus und Sportstudio bieten sich auf einmal viele Gelegenheiten zum Überlegen.

Hier berichten mir viele Medienprofis, dass sie in diesen Tagen mehr über den Sinn ihres Lebens nachdenken. Ist der aktuelle Job wirklich bedeutsam, verbringt man seinen Zeit bisher sinnvoll? Muss man sich mit anderen auf Twitter oder Facebook über deren private Virus-Theorien streiten? (Nicht ohne Grunde widme ich dem Thema digitale Abgrenzung ein ganzes Kapitel in meinem Buch.) Auch hier geht es um die Chance, zukünftig neue Schwerpunkte zu setzen: Was gibt meinem Leben Sinn, was ist verschwendete Zeit?

Eine grundlegende Entscheidung ist es, ob man das alles weitgehend seinem Arbeitgeber überlassen will („Ich hoffe, die Firma bewegt sich jetzt endlich!”). Oder zum Anlass nimmt, selbstbestimmt voranzugehen. Vieles lässt sich im aktuellen Job umgestalten. Anderes nur mit einem internen oder extern Wechsel oder in der Selbstständigkeit. Werde daher zum Change-Manager in eigener Sache: Entscheide, wie es für dich nach der Krise weitergehen soll, und nutze die Chancen, die sich dir persönlich bieten.

Diese Beitrag erschien zuerst auf kress.de

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