Neue Energie, Spaß und Lebensfreude: Das holt dich jetzt aus der Lethargie

Spreche ich in diesen Wochen mit Redaktionen und Medienprofis, ist vielerorts eine enorme Müdigkeit und Gereiztheit spürbar. Die Geschäftslage hat sich, anders als Ende 2020 erhofft, für viele nicht verbessert. Bei einigen Titeln werden ganze Ressorts aufgelöst, zuletzt u.a. bei Stern und Focus. Vielfach gehen inzwischen ständig 40 bis 50 Prozent der Kioskauflage unverkauft zurück. Teilweise sogar 75 Prozent. Die Homeoffice-Pflicht betrifft eben auch die potentiellen Käufer und Pendler. So bleibt die Arbeitsbelastung hoch. Erfolgserlebnisse sind selten. Gleichzeitig muss es jeden Tag weitergehen.

Aber auch aus normalen Zeiten kennen viele Medienprofis solche Phasen: Nichts scheint sich positiv zu bewegen. Die Stimmung ist schlecht. Gelegentliche Bewerbungen bleiben erfolglos. Die mögliche Idee für eine Selbstständigkeit versackt. Doch es ist möglich, die Lethargie zu durchbrechen, sich Energie, Spaß und Lebensfreude zurückzuholen. Dafür sollte niemand auf den praktischen Durchbruch warten. Denn er ist vielfach gerade erst das Ergebnis eines neuen Herangehens. Hier einige Empfehlungen für deinen Alltag, um deine berufliche und persönliche Situation wieder kraftvoll und gezielt zu gestalten.

1. Ausruhen oder wirklich aktiv werden

Entscheide dich möglichst immer dafür, entweder gar nichts zu tun – oder wirklich aktiv zu werden. Vermeide die Grauzone dazwischen, die man gern mit ich überlege oder das muss noch reifen beschönigt. Was in der Realität heißt: Du erledigst nichts Entscheidendes und hast auch noch ein schlechtes Gewissen, das dich zusätzlich stresst. Dann besser bewusst abschalten. Dich mehr erholen. Länger schlafen. Ein bisschen spazieren gehen, lesen oder Musik hören. Und ansonsten versuchen, täglich eine praktische Kleinigkeit zu erledigen, die dich weiterbringt, etwa deinen Lebenslauf aktualisieren.

2. Warte nur ab, wenn es sinnvoll ist

Theoretisch gibt es immer gute Gründe, abzuwarten”. Also nichts zu tun, etwa trotz des Gedankens an einen Jobwechsel. Aktuell könnte man das Ende der Pandemie abwarten. Danach die Verbesserung der Wirtschaftslage. Sowieso immer die ungünstigen Sommer- und Winterzeiten – in den Ferienzeiten stellt niemand ein. Eventuell auch, bis die Kinder das Abitur haben, der Dispo- oder Hauskredit abgezahlt ist. Die bessere Strategie: Warte nur ab, wenn es einen echten Grund gibt, der deine Lage verbessert und zeitlich absehbar (ein bis drei Jahre) ist. Etwa das Ende einer Weiterbildung. Ansonsten: Jetzt handeln, antizyklisch.

3. Widerstehe unüberlegtem Aktionismus

Häufig ist die Versuchung groß, irgendetwas zu tun. Etwa eine Weiterbildung zu buchen, weil du mit deinem Job unzufrieden bist. Das bindet jedoch Geld und Zeit, die dir dann woanders fehlen. Am Ende stellt sich all das möglicherweise als sinnlos heraus, weil das Zertifikat später gar nicht viel nützt. Andere reservieren sich immer neue Internet-Domains, weil sie ein Online-Business starten wollen. Aber außer einer schönen Namensidee gibt es dazu nichts, etwa eine zumindest grobe Geschäftsidee. Mache dir grundsätzlich immer zuerst Gedanken über dein konkretes Ziel. Erst danach über praktische Schritte dahin.

4. Denke langfristig an deine Zukunft

Es ist normal, von den Aufgaben und auch Sorgen des Alltags vereinnahmt zu werden. Gleichzeitig werden einige davon ein absehbares Ende finden. So verlassen die Kinder, die gerade anstrengend sind, einmal das Zuhause und beginnen ihr eigenes Leben. Wie denkst du dir deine Zukunft, konkret schon einmal in zwei bis fünf Jahren? Gewöhne dir einen langfristigen Blick an und male dir gedanklich aus, wie du wirklich arbeiten und leben willst. Das relativiert aktuelle Schwierigkeiten. Es macht dir aber vor allem bewusst, dass es auf deine Entscheidungen in einigen Grundfragen ankommt.

5. Plane feste Zeiten im Kalender ein

Die meisten Veränderungen (z. B. Jobwechsel) sind sehr langwierige Projekte. Häufig zäh und frustrierend. So habe ich immer wieder Klienten, deren Suche nach einer besseren Stelle sich ein bis zwei Jahre hinzieht. Immer wieder neue Anzeigen ansehen. Bewerbungen schreiben. Sich auf Vorstellungsgespräche vorbereiten. Kontakte pflegen. Dabei bleiben, auch wenn es gerade wieder mal nicht geklappt hat. Du gehst leichter damit um, wenn du dir das als Routine angewöhnst. Beispiel: Jeden Donnerstag planst du dir abends zwei Stunden ein, in denen du etwas für deine berufliche Zukunft tust und zwei Bewerbungen verschickst.

6. Hole dir Spaß und Freude zurück

Leider sind ständige Klagen, Beschwerden und Schuldzuweisungen inzwischen bei vielen zur Normalität geworden. Zwar kann Frust motivieren. Aber auf Dauer belastet aggressives, freudloses Verhalten vor allem deine Beziehungen und dein eigenes Wohlbefinden. Erinnere dich an Lebensphasen, in denen du mehr Spaß und Freude hattest. Was könntest du tun, um dir das zurückzuholen? Meist braucht es dafür gar keine völligen Umbrüche. Sondern kleine praktische Anpassungen im Alltag. Etwa weniger Social Media. Vor allem aber einen versöhnlichen, gelassenen Blick auf andere. Das lässt sich durchaus üben.

In schwierigen Zeiten tendieren manche dazu, theoretische Grundsatzdiskussionen zu beginnen. Zuerst die ganze Welt – statt sich selbst – verbessern zu wollen. Das endet regelmäßig damit, dass sie wenig erreichen und feststellen: Für die derzeitige Situation gibt es doch durchaus stichhaltige Gründe. Andere machen weniger hochfliegende, umfassende Pläne für alle. Dafür welche, die sie praktisch umsetzen können, und zwar selbst. Das sind diejenigen, die aus einer Krise als Gewinner hervortreten. Während andere geredet haben, haben sie gehandelt.

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