Hoffnung auf einen neuen, besseren Job? Gibt es auch heute noch

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Hört man sich in der Medienbranche um, klingt 2019 nach einem besonders schlimmen Jahr. All die Sparrunden der Vergangenheit waren in vielen Redaktionen noch immer nicht genug, um die Rückgänge bei Verkäufen und Anzeigen aufzufangen. Dringend notwendige Stellen bleiben monatelang unbesetzt, um die Gewinn- und Verlustrechnung ein wenig zu verbessern, das verbliebene Team wird damit weiter überlastet. Gleichzeitig höre ich von vielen meiner Klienten, dass sie neue, bessere Jobs gefunden haben. Allein in dieser Woche berichteten mir drei, dass sie gekündigt haben, weil der neue Vertrag unterschrieben ist.

Für viele Medienprofis hat die Sorge um die eigene Zukunft schon im Jahr 2000 begonnen, als die New-Economy-Blase platzte und die Anzeigenmärkte der Wirtschaftspresse drastisch reduzierte. Danach wurde es nicht viel besser: Der Aufstieg der Konkurrenz von Google und Facebook bis Anzeigenportalen, die Lehmann-Brothers-Krise 2008, immer weiter sinkenden Auflagen. Doch gleichzeitig gilt bis heute unverändert: Hoffnung auf einen neuen, besseren Job gibt es immer. Im Journalismus, in angrenzenden Bereichen wie PR und Content Marketing, in komplett anderen Branchen. Entscheidend ist die innere Einstellung.

Reporter und Korrespondenten noch immer gesucht

So gibt es trotz aller Sparrunden selbst noch die begehrtesten Jobs im Medienbereich – vom Reporter über den angestellten Auslandskorrespondenten bis zum (bezahlten) Kolumnisten. Hier profitieren insbesondere jene Medienprofis, die sich früh auf ein Thema spezialisiert und damit einen Namen in der Branche gemacht haben. Das ermöglicht den Direktkontakt zu den Chefredakteuren, anstatt auf einem Bewerberstapel in der Personalabteilung zu landen. Parallel sind unzählige neue Berufe hinzu gekommen, darunter im redaktionellen Video- und Social-Media-Bereich mit inzwischen unzähligen Job-Ausprägungen.

Andere haben sich, sei es angestellt oder selbstständig, in angrenzenden Bereichen neue Existenzen und Karrieren aufgebaut: In Pressestellen und Content-Marketing-Abteilungen von Unternehmen, Organisationen oder bei spezialisierten Agenturen. Manche bevorzugten eher technische Ausprägungen, etwa in der Suchmaschinen-Optimierung, im Online- oder dem datengestützten Influencer-Marketing. Einige frühere Redaktionskollegen sind bewusst Einzelunternehmer oder mit nur einem Partner geblieben, andere haben ein Dutzend oder sogar mehr als 100 Angestellte, obwohl sie früher “auch nur einfache Redakteure” waren.

Auch radikale Branchenwechsel sind nicht selten

Immer wieder entscheiden sich Medienprofis auch für einen radikalen Branchenwechsel, oft auch zum Preis eines hierarchischen Abstiegs. Ein langjähriger Verkaufsdirektor machte sein Hobby – Kraftsport – zum Beruf und wurde professioneller Fitnesstrainer mit späterer GmbH-Gründung für ein eigenes Studio, ähnlich ein ehemaliger Ressortleiter. Eine junge Produktmanagerin eröffnete einen Friseursalon, eine andere eine private Kita. Ein Autor und ein Kundenberater, beide jeweils über 30, wurden DJs und scheinen davon leben zu können. Mehrere ehemalige Redaktionskollegen arbeiten heute als Lehrer, einer als Archivar. Andere eröffneten u.a. eine Weinbar, ein Möbelgeschäft, eine Baby-Boutique.

Leicht war davon selten etwas. Manchmal genügt tatsächlich ein Anruf oder eine E-Mail an die richtige Person, manchmal klappt es aber auch erst mit der 105. Bewerbung innerhalb von sechs Monaten oder der vierten Geschäftsidee innerhalb von zwei Jahren. Eine Autorin war beim (nicht gut geplanten) Versuch einer freiberuflichen Tätigkeit im Ausland nicht erfolgreich und musste mit mehr als 50 Jahren zeitweise auf das Sofa einer Freundin ziehen, der verbliebene Besitz bestand aus ihrer Kleidung und zwei Koffern. Gleichzeitig ging es dann aber doch weiter, und sie war froh, es zumindest versucht zu haben.

Vier Denkmuster, die unnötig Energie rauben

Was kann man aus all diesen Beispielen nehmen? Vor allem aber: Was nehmen Sie selbst daraus – Zweifel (“Ob das so leicht ist?”), Zynismus (“Schöne Karrieren!”), Neid (“Das hätte ich auch gern!”), Hoffnung (“Ob das wirklich so gehen kann?”) Tatsächlich war es in den seltensten Fällen die einzigartige Karriere-Chance oder Geschäftsidee, die noch keiner vorher hatte. Entscheidend für den Erfolg ist die innere Einstellung, wie Sie also Ihre Situation selbst sehen und entsprechend angehen. Vier Denkmuster sind dabei besonders häufig, die Ihren Erfolg mindern, weil Sie Ihnen unnötig Energie rauben:

  1. Wenn Sie den Eindruck haben, festzusitzen und überhaupt keine andere Chance mehr zu haben, sich mutlos und verunsichert fühlen,
  2. wenn Sie hauptsächlich damit beschäftigt sind, anderen oder den Umständen (Branche, Wirtschaft) die Schuld zu geben,
  3. wenn Sie den Problemen immer wieder ausweichen, anstatt sie zu lösen (z. B. ständig neue Reisen, Frustkäufe) oder
  4. wenn Sie sich zwar ständig um andere kümmern und das auch gern, aber dabei ihre eigenen Bedürfnisse vergessen.

(Wie viel Energie Sie damit verlieren, lässt sich übrigens genau in Prozentwerten messen: Mit dem sogenannten Energy-Leadership-Assessment, einen 20-minütigen Online-Test mit 85 Fragen, das ich mit allen neuen Klienten mache. Mehr Hintergrund dazu hier.)

Kurzum, es gibt unzählige Wege, beruflich erfolgreich und persönlich glücklich zu sein. Die wenigsten lassen sich vorab im Detail durchplanen, sondern wollen gefunden und entdeckt werden. Mit der richtigen Einstellung wird daraus ein Abenteuer, das man natürlich ein wenig aufgeregt und ängstlich angeht, gleichzeitig aber doch zuversichtlich und ermutigt. Wenn andere all das geschafft haben, dann können Sie das auch.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Kress.de.

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