Nach den Ferien: So lebst du mehr im Einklang mit dir selbst

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Fragt man Medienprofis, worauf sie sich am meisten in den Ferien freuen, sind die Antworten oft erstaunlich unspektakulär. Das Ziel mag zwar exotisch sein, doch wirklich wichtig sind vielfach ganz einfache Dinge. Aufstehen zu einer Zeit, die man sich selbst ausgesucht hat, ein bisschen am Strand laufen oder schwimmen gehen. Mal wieder ein Buch lesen, Zeit für Partner und Kindern haben, vielleicht etwas mehr Sport treiben.

Wie sehr unterscheidet sich diese Zeit, in der du für zwei oder drei Wochen ziemlich selbstbestimmt leben kannst, von deinem Alltag? Und welchen Unterschied macht das für dein Wohlbefinden? Der Vergleich zeigt dir, wie sehr du bisher im Einklang mit dir lebst.
Hier einige Gedanken, die dir helfen können, mehr nach deinen eigenen Werten zu leben.

Selten ein radikaler Wechsel gewünscht

Zuerst: Ein bisschen Freiheit kostet jeder Beruf, das ist unvermeidlich, auch wenn manche Aussteiger-Blogger und Instagram-Influencer das Gegenteil behaupten (bis sie irgendwann dann doch nicht mehr wie Studenten leben wollen). Selbst ein Surflehrer in der Karibik muss, wenn er nicht alle Kunden verlieren will, zu seinen verabredeten Kursen auftauchen, und der reisende Natur-Fotograf seine Aufnahmen aufbereiten und verkaufen.

So geht es für Medienprofis, die den Stress im Newsroom oder Büro, lange Arbeitszeiten oder zu viele Dienstreisen leid sind, meist um eine veränderte Dosierung. Gelegentlich hat ein Coaching-Klient zwar den Wunsch, sein Leben radikal zu verändern, doch auch dann geht es oft nur um einige Elemente (z. B. Wohnort). Der Blick auf das, was du im Urlaub am liebsten machst, zeigt dir die Schwerpunkte, wenn sie nicht sowieso schon klar sind.

Eine langjährige Chefreporterin verbrachte ihre Ferien gerne in ländlichen Gasthäusern in Irland, wo sie fast jeden Tag reiten ging. Auswandern wollte sie nicht, schon weil sie ihre Muttersprache und Kontakte nicht aufgeben wollte. Aber sie entschied sich, aus der Stadt aufs Land zu ziehen und mit einer anderen Frau eine Reitbeteiligung einzugehen. Ein Fotograf fuhr in den Ferien fast nie weg, sondern nutzte sie, um in seinem Garten zu arbeiten. Im Lauf der Zeit spezialisierte er sich auch beruflich auf Naturfotos und konnte einen Bildband zum Thema Gärten an einen Verlag verkaufen.

Führungskräfte müssen oft ganz neu planen

Insbesondere bei Führungskräften zeigt der Blick auf dem alltäglichen Kalender häufig, dass ganz normale Wünsche wie ein Kinoabend mit Freunden, zwei- bis dreimal Sport pro Woche oder ein freies Wochenende für einen Familienausflug gar nicht machbar sind. Hier gibt es selten den Befreiungsschlag, der dieses Problem sofort löst. Aber mehrere kleine Schritte können helfen, beispielsweise ein zweiwöchentlicher Home-Office-Tag, eine Begrenzung der Dienstreisen (oder feste Tage dafür), mehr Videokonferenzen, bei Pendlern ein Umzug. 

Die Erfahrung zeigt, dass es nach der Rückkehr aus den Ferien meist nur wenige Tage braucht, ehe die Routine wieder eingekehrt ist – oft reicht schon der Blick auf all die E-Mails, die in der Zwischenzeit aufgelaufen sind. Die letzten Tage vor der Rückreise und das Wochenende vor dem erneuten Arbeitsbeginn sind oft die Phase, in denen die Motivation am höchsten ist. Plane, wenn immer möglich, ein, zwei kleine Veränderungen.

Was sind deine Werte?

Ein Werte-Assessment kann helfen, auf einer etwas tieferen Ebene über dieses Thema nachzudenken. Das ist eine Auflistung von Werten (z. B. Abenteuerlust, Natur, Spaß), die du für dich selbst jeweils auf einer Skala von 1 bis 10 bewertest. Wie wichtig ist dir dieser Wert und wie stark lebst du Ihn aktuell schon. (Falls du Interesse an einem solchen Arbeitsblatt hast, um es einmal auszuprobieren, sende mir einfach eine kurze Nachricht).

Nutze also die Sommerferien, um dir ein bisschen klarer zu werden: Was willst du in deinen Alltag mitnehmen, wenn die Koffer wieder ausgepackt sind? Es braucht meist gar nicht viel, um glücklicher und zufriedener zu sein. Dass sich dann jeder Tag wie Urlaub anfühlt, wäre wahrscheinlich übertrieben, eine deutliche Verbesserung ist aber auf jeden Fall möglich.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Kress.de.

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