So bekommen Sie mehr Energie für Job und Privatleben

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Die Textchefin eines Magazins hatte jeden Morgen die größte Mühe, rechtzeitig aus dem Bett zu kommen und nicht komplett verspätet in der Redaktion zu sein. Am Nachmittag war sie bereits wieder erschöpft. Für Sport oder ein Treffen mit Freunden fehlte ihr oft die Kraft. Ihrer gleichaltrige Kollegin schien die hohe Arbeitsbelastung in der Heftproduktion dagegen nicht viel auszumachen. Sie wirkte frisch und kraftvoll, arbeitete nach Feierabend noch nebenberuflich als freiberufliche Autorin, pflegte ihre Beziehung und zwei Hobbys.

Wer sich unter seinen Arbeitskollegen, Freunde und Verwandten umschaut, wird schnell feststellen, daß Menschen ganz unterschiedlich viel Energie haben. Wie kommt es, dass manche kaum die grundlegenden Pflichten des Alltags bewältigen können, während andere viel mehr körperliche, seelische und geistige Kraft zeigen? Im Detail hängt das von vielen individuellen Faktoren und der Veranlagung an. Trotzdem lässt sich die eigene Energie oft deutlich steigern. Hier einige grundlegende Schritte, die dabei helfen können.

Körperliche Gesundheit im Zweifel prüfen lassen

Im ersten Schritt sollten Sie Ihre körperliche Gesundheit überprüfen. Falls Sie in den letzten Jahren nicht bei einer allgemeinen ärztlichen Untersuchung (u.a. Blut- und Urintest) waren, gehen Sie das an, auch wenn sie keine Kassenleistung ist. Insbesondere, wenn Sie sich schon seit längerer Zeit kränklich oder schwach fühlen, können Sie mit einer kleinen zeitlichen und finanziellen Investition körperliche Ursachen auffinden und beseitigen. Bei Übergewicht und Suchtproblemen ist damit ebenfalls ein guter Anfang gemacht.

Andauernde Müdigkeit hat vielfach körperliche Ursachen, die sich schnell und einfach beseitigen lassen, etwa bei Eisenmangel. Hüten Sie sich dabei vor Selbstmedikation mit Nahrungsergänzungsmitteln. Lassen Sie Ihren tatsächlichen Bedarf vom Arzt feststellen und bei Bedarf gezielt behandeln. Selbstverständlich gehören zu einem körperlich gesunden Leben immer auch ausreichend Schlaf, moderater Sport, Verzicht auf Zigaretten, Drogen und übermäßig Alkohol. Jede Entscheidung in diese Richtung erhöht Ihre Energie.

Wechselnde geistige Anregung gibt viel Kraft

Ihre geistige Energie steigt, indem Sie sich – vor allem, wenn Sie nicht mehr ganz jung sind – regelmäßig neuen Anregungen aussetzen. Wenn Sie bisher nur in Pop- und Rockkonzerten der Bands waren, die Sie schon seit Ihrer Jugendzeit mögen, probieren Sie mal einen ganz anderen Stil aus. Der Musiker, den Sie kürzlich im Radio ganz gut fanden, oder aber eine Oper, wenn Sie das sonst nie tun? Wenn Sie inzwischen jedes Wochenende mit Restaurant, Netflix und einem Spaziergang verbringen, durchbrechen Sie Ihre Routine. Laser-Tagging, ein Ausflug in ein Science-Center, Tanzen, Spanisch oder Gitarre spielen lernen?

Dabei geht es nicht darum, sich den Kalender vollzustopfen, sie sind wahrscheinlich schon beschäftigt genug. Sondern: Machen Sie immer mal wieder etwas anderes, damit Ihr Leben interessant und spannend bleibt. Das gibt Ihnen die Energie, die jungen Leuten eigen ist: Sie entdecken etwas für sich, interessieren sich für dieses und jenes, lernen dazu. Wenn Ihnen das schwerfällt, dann oft aus einer gewissen zynischen Apathie heraus: “Was soll ich denn damit? Ich habe ja nun schon genug zu tun, interessiert mich nicht.” Versuchen Sie, ganz spielerisch heranzugehen – einfach nur mal zum Spaß ausprobieren, so wie früher.

Keine Energie mehr für sinnlose Konflikte

Eine der wirksamsten Methoden, Ihre seelische Energie zu steigern, ist es, weniger über sich selbst und andere zu urteilen. Sie werden zum interessierten Beobachter, der sich nicht mehr zu jedem und allem positionieren muss. Damit vermeiden Sie jeden Tag sinnlose Streitereien (z. B. mit Fremden auf Twitter), Rechtfertigungen gegenüber Leute, die Ihnen eigentlich egal sein könnten und überhaupt eine Auseinandersetzung mit unqualifizierten Meinungen aller Art. Stattdessen suchen Sie qualifiziertes Feedback von Leuten, auf das Sie Wert legen, weil sie etwas von der Sache verstehen und Sie ihnen vertrauen.

Bis zu einem gewissen Grad können Sie sich dieses Verhalten angewöhnen. Beste Übung: Achten Sie eine Woche darauf, wann Sie im Kopf eine Meinungsäußerung formulieren, und sprechen Sie sie nicht aus. Stellen Sie stattdessen eine offene, interessierte Frage, um mehr über Ihr Gegenüber zu erfahren. Im Laufe der Zeit werden Sie weniger “schwarz-weiß”, also in Gegensätzen denken, sondern mehr Zwischentöne wahrnehmen und feststellen, wie viel Sie mit Menschen verbindet, die doch scheinbar so ganz anders sind als Sie. Sie vergeuden keine Energie mehr für sinnlose Konflikte, sondern gewinnen sogar noch welche dazu durch verbesserte Beziehungen zu Kollegen, Freunden und Familienangehörigen.

Negative Umgebungen zurücklassen

Ein letzter wichtiger Schritt für mehr Energie ist, sich aus Umgebungen zurückzuziehen, in denen Sie spüren, dass sie Ihnen Kraft rauben. Üblicherweise handelt es sich um Räume, die vollgestopft, hektisch und ungeordnet sind, in denen Kritik, Verächtlichkeit und Chaos an der Tagesordnung sind und in denen Sie sich verstellen müssen, um akzeptiert zu werden. Manche Redaktionen lösen geradezu körperliches Unwohlsein aus, wenn man sie betritt. Einige Zeit müssen Sie derartige Situationen immer mal wieder aushalten, aber mittelfristig sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf richten, woanders hinzugehen. Ganz praktisch heißt das: Eigenes Profil schärfen, Bewerbungen schreiben, Selbstständigkeit aufbauen.

PS: “Energie” ist, wie hier verwendet, übrigens kein vager esoterischer Begriff, der rein auf Ihrem Gefühl beruht. Sie lässt sich als exakter Zahlenwert z. B. mit dem “Energy Leadership Index Assessment” messen. Das ist ein 84-Fragen-Test, den zertifizierte Coaches anbieten und mit Ihnen auswerten. Ihre Energie sehen Sie dabei auf einer Skala von 1 (extrem niedrig) bis 7 (maximal hoch) mit entsprechender Einordnung. Wiederholen Sie das Assessment nach einiger Zeit, sehen Sie zudem, ob Ihre Energie steigt oder fällt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Kress.de.

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