So nutzt du die letzten Monate im alten Job

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In jeder beruflichen Biografie gibt es diese Phasen: Der bisherige Job ist (oder wurde) gekündigt. Wegen der Kündigungsfrist bleiben dir aber noch drei bis sechs Monate im Unternehmen. In solch einer Situation solltest du nicht mehr normal weiterarbeiten, sondern die Zeit nutzen, um dich auf deine nächste Station vorzubereiten. Gemeint ist dabei nicht, nebenbei bereits für den nächsten Arbeitgeber zu arbeiten, obwohl das oft gewünscht ist. Reduziere solche Wünsche möglichst auf abgesprochene Zeitfenster, wie z. B. zwei Stunden pro Woche für einen Call und etwas Konzeptarbeit. Sondern: Beende deine aktuelle Tätigkeit phasenweise – praktisch und emotional. Dazu einige Empfehlungen.

Stelle zuerst fest, wie viel Resturlaub und Zeitguthaben (freie Tage) du noch hast und wann damit dein letzter Arbeitstag sein wird. Plane einen Ausstand, verkünde ihn frühzeitig, insbesondere, wenn du auch Kollegen aus anderen Abteilungen dazu einladen möchtest. Dann solltest du langsam herunter schalten. Mehr Pausen, weniger Überstunden. Du willst deinen nächsten Job oder die kommende Bewerbungsphase ja nicht völlig erschöpft beginnen, sondern ausgeruht und motiviert.

Schließe deine Aufgaben und Abrechnungen ab

Beginne, bestehende Aufgaben abzuschließen und neue Anfragen, die du sowieso nicht mehr fertigstellen kannst, zunehmend an die Kollegen abzugeben. Nutze die Zeit, die dadurch frei wird, um eine geordnete Übergabe vorzubereiten. Je nach Aufgabe kann dazu gehören, dass du deine Arbeitsabläufe dokumentierst, Unterlagen und Dateien ordnest und für andere nachvollziehbar ablegst, letzte Rechnungen stellst oder freigibst.

Achte bei der Durchsicht deiner Unterlagen darauf, ob du noch Belege findest, die du als Spesen abrechnen solltest. Gerade wer wegen Überlastung wechselt, hat vielfach noch mehrere Dienstreisen, Kilometer- oder Telefonabrechnungen offen. Nimm dir jetzt die Zeit, alles einzureichen. Dadurch bist du für Nachfragen noch leicht erreichbar, und in vielen Fällen kommen Beträge zusammen, die du gut gebrauchen kannst.

Sichere und lösche deine privaten Daten

Dein Rechner wird nach deinem Ausscheiden zwar sowieso gelöscht. Trotzdem solltest du vorher Dateien und Browser-Lesezeichen löschen, die nicht auf den Rechner gehören, ebenso den Suchverlauf im Browser. Private Daten speicherst du auf einem USB-Stick, in deinem privaten Cloud-Konto (z. B. Google Drive), oder du mailst sie dir zu. Nicht vergessen: Kontakte und pdf-Varianten deiner Artikel sichern, so lange du das noch kannst.  Falls du dein Diensthandy übernehmen willst, kann dir das HR oft ein gutes Angebot machen.

Nutze, so lange du deinen Job noch hast, die Chance, Kontakte zu knüpfen oder aufzufrischen.  Insbesondere, wenn du sie im neuen Job benötigen wirst oder du noch gar keinen neuen hast. Schreibe  E-Mails, verabrede dich zum Kaffee oder Mittagessen, geh noch einmal verstärkt auf interne und externe Veranstaltungen. Du kannst das in dieser Phase ganz entspannt tun und geniessen – es ist deine Ehrenrunde.

Vermelde deinen Wechsel, wenn es dir nützt

Wenn du in der Öffentlichkeit stehst, besprich mit deinem Arbeitgeber und eventuell einem externen Ratgeber, ob, wie und wann du das öffentlich mitteilen willst. Einerseits willst du natürlich nicht deinen Arbeitgeber verärgern, wenn du beispielsweise zur direkten Konkurrenz gehst. Andererseits ist ein Wechsel die seltene Gelegenheit, einmal in einem Branchendienst erwähnt zu werden und damit eine gute Werbung für dich.

Wenn du nicht freiwillig gehst, ist die Versuchung groß, in einer Abschiedsmail sich selbst und die Umstände noch einmal erklären zu wollen, um bei den Kollegen keine schlechten Erinnerung zu hinterlassen. Widerstehe dieser Versuchung, blicke nach vorn. Eine kurze versöhnliche Nachricht mit Dank an die Kollegen und das Unternehmen sowie deinen Kontaktdaten reicht – alles andere gehört ins persönliche Gespräch.

Manche Unternehmen setzen noch einmal ein Austrittsgespräch mit dem Vorgesetzten und dem HR an. Allzu große Ehrlichkeit wird hier nicht honoriert. Da du von den Beteiligten noch eine Beurteilung, später eventuell Referenzen brauchst oder sie gar woanders einmal wiedersiehst: Verzichte auf eine Generalabrechnung, auch wenn du vielleicht allen Grund dazu hättest. Bedanke dich und belasse es höchstens bei ein, zwei dezenten Empfehlungen, was man zukünftig vielleicht „noch besser“ machen könnte.

Für Führungskräfte gelten all diese Punkte ebenso, nur haben sie oft kaum Zeit dazu, sie noch im bestehenden Arbeitsverhältnis umzusetzen. Insbesondere bei einer Entlassung oder Trennung wegen „unterschiedlicher Auffassungen“ ist es üblich, dass der Arbeitgeber darum bittet, das Büro innerhalb einer Stunde zu verlassen. Das E-Mail-Konto und der Dienstlaptop sind in diesen Fällen oft maximal noch eine Woche zugänglich. Handele hier also schnell oder, besser noch, sei auf das Unerwartete vorbereitet.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Kress.de.

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