Wie behalte ich die Hoffnung, dass doch noch alles gut wird?

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Wenn es doch nicht immer so schwierig wäre. Da sucht man einen neuen Job, erhält aber auf jede Bewerbung eine Standardabsage oder, wenn es doch einmal soweit kommt, nach dem ersten Bewerbungsgespräch ein freundlich verpacktes Nein. Andere wollen finanziell endlich einmal ein wenig durchatmen, aber prompt geht das Auto kaputt, und das Finanzamt will eine Nachzahlung. Das Kind war eigentlich „aus dem Gröbsten raus“, hat nun aber leider seine Ausbildung hingeschmissen. In der Redaktion müsste dringend etwas verändert werden, aber der Chef bremst, und das Budget wird 2020 noch einmal verkleinert.

Das Leben ist manchmal voller Rückschläge und Enttäuschungen, gleichzeitig muss es aber weitergehen: Neue Bewerbungen sind zu schreiben, neue Budgets zu erstellen, wieder neue private Planungen anzugehen, damit es schlussendlich doch einmal klappt. Wie macht man das, ohne sich auf Dauer zu erschöpfen, ohne frustriert, resigniert oder zynisch zu werden? In meiner letzten Kolumne für dieses Jahr geht es um dieses Thema: Wie die Hoffnung behalten, auch wenn gerade gar nichts klappt? Hier einige praktische Empfehlungen, die zudem helfen, grundsätzlich eine entspanntere Einstellung zu Krisen zu bekommen.

Du erlebst etwas ganz Normales

Mach dir klar, dass du etwas ganz Normales erlebst: Das Leben hat seine Licht- und Schattenseiten, mal geht es rauf und wieder runter. Belaste dich also nicht zu sehr mit Selbstvorwürfen oder Schuldzuweisungen. Achte eher darauf, wie du deine Lage verbessern und noch etwas daraus lernen kannst. Das gibt dir neue Kraft, weil dir dadurch wieder bewusst wird, dass du mit deinen Aktionen etwas verändern kannst.

Ruhe dich ausreichend aus

Wer ausgeruht ist, hat mehr Hoffnung. Achte  daher vor allem in schwierigen Zeiten darauf, dich ausreichend zu erholen: Schlafe genug, leg  zu Hause das Handy und den Laptop beiseite, treibe  moderaten Sport, trinke wenig Alkohol. Reduziere berufliche und private Verpflichtungen (z. B. Freunde, die sich selbst einladen), so weit es geht oder verschiebe  sie auf einen späteren Zeitpunkt.

Vieles löst sich mit der Zeit von selbst

Denke  immer daran, dass alles einen Endpunkt hat. Der Chef nervt? Er wird eines Tages den Job wechseln. Die Kinder stressen über Gebühr? Sie werden auch einmal ausziehen. Das Geld ist knapp? Zumindest kommt in einigen Monaten das Urlaubsgeld. Ein Blick auf die Zukunft tröstet, die Zeit ist hier auf deiner Seite. Einige Dinge verbessern sich bereits, indem du geduldig abwartest – du musst dich nicht für alles aufreiben.

Versuche immer wieder etwas anderes

Bleibe gleichzeitig aktiv. Hartnäckigkeit zahlt sich bis zu einem gewissen Grad aus. Gleichzeitig ist wichtig: Immer wieder noch etwas anderes ausprobieren, wenn es mit dem bisherigen Ansatz nicht funktioniert hat. Ein berufliches Beispiel: Sämtliche Bewerbungen als Wirtschaftskorrespondent waren erfolglos. Du könntest ein anderes Ressort (z. B. Politik) oder ein benachbartes Gebiet (z. B. Unternehmenskommunikation) testen.

Du darfst auch einmal traurig oder wütend sein

Erlaube dir auch einmal einen Moment der Trauer, Wut oder Verzweiflung. Es ist nicht gesund, jedes „negative“ Gefühl zu verdrängen. Manchmal muss man auch einmal heimlich ein bisschen heulen, sich selbst bemitleiden, aus Frust etwas Überflüssiges kaufen, sich vor Netflix mit Süßkram vollstopfen oder ein bisschen zu viel trinken. Das sollte nicht der Normal- und Dauerzustand sein, bietet zwischendurch aber eine enorme Entlastung.

Abwechslung im Leben balanciert vieles aus

Sorge dafür, dass Dein Leben abwechslungsreich ist. Geht es in einem Bereich gerade abwärts, kannst du Kraft aus einem anderen ziehen. Beispiel: Im Job ist es schwierig, dafür macht deine Beziehung oder Familie viel Freunde oder du bist glücklich mit deinem Freundeskreis, einem Hobby oder Ehrenamt. Überschätzt werden Urlaube, Kurzreisen und Wellness, ganz entscheidend ist dagegen, wie sich dein Alltagsleben zusammensetzt.

Hoffnung ist nicht nur ein flüchtiges Gefühl, sondern eine Lebenseinstellung: Ich bin noch nicht da, wo ich sein wollte, aber ich bin auf dem Weg dahin. Heute hat es vielleicht noch nicht funktioniert, aber wenn ich es einmal anders probiere, könnte es klappen. Jeder kleine Schritt in diese Richtung hilft bereits, wieder ein wenig optimistischer heranzugehen, was für sich allein schon die Erfolgschancen erhöht.
In diesem Sinne wünsche ich dir schon jetzt schöne Feiertage und ein aufregendes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2020.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Kress.de.

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